Deutsche Erdgasförderer: 2 Milliarden Euro in 10 Jahren stehen auf dem Spiel

„Parlamentsvorbehalt ist nichts anderes als eine Investitionssperre.“

Mehr als vier Jahre Stillstand. Das ist das bisherige Ergebnis der politischen Auseinandersetzung zur heimischen Erdgasförderung. Mehr als vier Jahre, in denen Deutschland immer größere Anteile des verbrauchten Erdgases aus Drittländern importieren musste, anstatt die eigenen Potenziale auszuschöpfen. Das Land ist im Moment auf dem besten Weg, sich bei einem der wichtigsten Garanten für eine sichere Energieversorgung in vollständige Importabhängigkeit zu begeben. Investitionen werden blockiert, das über Jahrzehnte gewachsene Know-how wandert ab.

Dabei ist alles gesagt, jede erdenkliche Studie erstellt und jeder Beteiligte angehört worden. Fracking kam allein in Deutschland seit den 1960er Jahren mehr als 300 mal zum Einsatz, ohne Umweltschaden. Die seit Jahren andauernde Debatte hat jedoch neue Projekte zum Erliegen gebracht, Jahr für Jahr sinkt die heimische Erdgasförderung.

„Die Zeit drängt. Wir brauchen endlich eine Entscheidung. Es geht dabei um viel mehr als um eine Technologie. Es geht um die Zukunft der heimischen Erdgasförderung und einer ganzen Industrie“, so Dr. Gernot Kalkoffen, Vorsitzender des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V. (WEG) anlässlich eines Pressegesprächs in Berlin, und stellt klar: „Wir haben geliefert. Jetzt ist die Politik am Zug. Wenn das Regelungspaket nicht schnell auf den Weg gebracht wird, wird eine ganze Industrie zu Grabe getragen. Wir reden allein bei den Investitionen für die kommenden zehn Jahre von bis zu 2 Milliarden Euro. 2 Milliarden Euro, die andernfalls samt Arbeitsplätzen und Know-how ins Ausland fließen. Den Preis dafür zahlen am Ende die Verbraucher. Wer das nicht will, muss das Gesetzespaket auf den Weg bringen. Jetzt.“

Auf die Frage, ob der diskutierte Parlamentsvorbehalt für eine mögliche Schiefergasförderung aus Industriesicht akzeptabel ist, findet Martin Bachmann, Mitglied des WEG-Vorstands, klare Worte: “Nein. Der Parlamentsvorbehalt ist nichts anderes als eine Investitionssperre.“