Deutsche Erdöl- und Erdgasproduzenten bilden Forschungsfonds

Grundlagenforschung soll Standortbedingungen verbessern – geplantes Volumen von 8 Millionen Euro – Beitrag zum Klimaschutz

Hannover, den 3. Dezember 2007 – Die deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten legen einen gemeinsamen Forschungsfonds zur Grundlagenforschung für den Bereich der Erdöl- und Erdgasproduktion auf. In den nächsten zehn Jahren beabsichtigen die E&P-Unternehmen, hierfür 8 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die erste dreijährige Forschungsperiode soll im nächsten Jahr beginnen. Dies teilten der WEG Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung und die DGMK Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. mit.

 

„In Deutschland stehen wir als Erdöl- und Erdgasindustrie vor zwei enormen Herausforderungen,“ sagte Gernot Kalkoffen, Vorsitzender des WEG. „Zum einen müssen wir auch zukünftig neue Felder finden und wirtschaftlich produzieren, zum anderen müssen wir die Lebensdauer älter werdender Felder verlängern." Beides gehe nur über neue Ansätze, Innovation und Technologie. Dazu solle die Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen ausgebaut werden. Die Erdöl- und Erdgasproduzenten hätten die Kompetenzen des WEG und der DGMK gebündelt, die das Projekt gemeinsam durchführen. Im WEG werde der Fonds gesteuert und verwaltet, während die DGMK die Koordination und die Begleitung der Forschungsprojekte übernehme.

 

Gisa Teßmer, Geschäftsführerin der DGMK, nannte drei vordringliche Forschungsbereiche: „Die Entwicklung alternativer, kostengünstiger Bohrtechnologien, verbesserte seismische Verfahren zur Vorhersage von Lagerstättenparametern sowie effiziente Verfahren, um den Ausbeutefaktor von Erdöl- und Erdgaslagerstätten zu erhöhen.“ Angesprochen seien insbesondere die deutschen Universitäten und Institute, die Erfahrungen mit diesen Themen haben. Für junge Nachwuchswissenschaftler ergäben sich hier auch Möglichkeiten für wegweisende wissenschaftliche Arbeiten. Dabei würden die deutschen Universitäten und der Nachwuchs im internationalen Wettbewerb gestärkt.

 

Der WEG-Vorsitzende ergänzte dies durch einen Blick auf die Auswirkungen auf regenerative Energien und den Klimaschutz: „Wenn es uns gelingt, die Bohrkosten deutlich zu senken, wird davon nicht nur unsere Industrie, sondern auch die Geothermie profitieren. Dies und die angestrebten Effizienzsteigerungen können einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

 

Laut Kalkoffen sind die Bedingungen für Grundlagenforschung in Deutschland günstig: „Neben den nennenswerten eigenen Erdöl- und Erdgasvorkommen ist in den international tätigen deutschen Unternehmen sowie in den hiesigen Universitäten eine hohe technologische Kompetenz vorhanden.“

 

Als von Rohstoffen abhängiges Land müssten in Deutschland alle Anstrengungen unternommen werden, die heimischen Bodenschätze umfassend und langfristig zu nutzen. „Hierfür hoffen wir auch auf entsprechende politische Unterstützung“, sagte Kalkoffen. Auf den derzeitigen Beitrag von einem Fünftel zur Versorgung der deutschen Volkswirtschaft mit klimaverträglichem Erdgas aus eigenen Quellen könne Deutschland nicht verzichten. Das Erdgas aus heimischen Quellen sei nicht nur ein bedeutender Beitrag zur Versorgungssicherheit, sondern habe wegen der umweltverträglichen Produktion, dem hohen technischen Standard der deutschen E&P-Unternehmen sowie den kurzen Transportwegen eindeutige Vorteile im Hinblick auf den Klimaschutz, sagte Kalkoffen.

 

Der WEG Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung vertritt die deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten sowie die für diesen Bereich tätigen Dienstleister und Zulieferer. Die WEG-Mitglieder fördern weltweit rund 15 Mio. t Erdöl und 25 Mrd. m3 Erdgas, davon aus heimischen Quellen rund 4 Mio. t. Erdöl und rund 20 Mrd. m3 Erdgas.

 

Die DGMK Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle hat den Zweck der Förderung von Wissenschaft, Forschung, Technik und Weiterbildung. Im Fachbereich Aufsuchung und Gewinnung haben sich Fachleute und Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen aus dem Bereich der Erdöl- und Erdgasgewinnung und -speicherung zusammengeschlossen.

 

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