Industrie verlangt klares Bekenntnis zur Erdgas- und Erdölproduktion in Deutschland

Andauernde Investitions-Blockade bedroht 20.000 Arbeitsplätze

Jahrespressegespräch 2014

Die seit Jahren andauernde Debatte um Schiefergas in Deutschland blockiert Investitionen in die heimische Erdöl- und Erdgasproduktion. Eine aktuelle Erhebung des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V. (WEG) geht von einer Summe in Höhe von etwa 1 Milliarde Euro aus.

Dr. Gernot Kalkoffen im WEG-Jahrespressegespräch 2014

„Deutschland muss die Energiewende stemmen, das ist kein Pappenstiel. Unser Land steht vor einer großen logistischen, aber vor allem auch einer finanziellen Herausforderung. Unsere Industrie steht bereit, in die Zukunft des Landes zu investieren und damit einen wichtigen Beitrag für die sichere Energieversorgung zu leisten“ betont der WEG-Vorsitzende Dr. Gernot Kalkoffen. „Eine Fortsetzung dieser Blockade gefährdet nicht nur Investitionen, sondern damit auch die Arbeitsplätze von fast 20.000 Menschen, die von dieser Industrie leben“, ergänzt der Hauptgeschäftsführer des WEG Josef Schmid im Rahmen des Jahrespressegesprächs.

Erdöl und Erdgas sind wichtige Bausteine unserer Energieversorgung. Insbesondere Erdgas gewinnt an Bedeutung und nimmt eine entscheidende Rolle als Wegbereiter der Energiewende ein. Die Nutzung der heimischen Potenziale ist ein sicheres Fundament für unsere Energieversorgung und für die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland.

Im vergangenen Jahr wurden rund 3 Millionen Tonnen Erdöl und knapp 10 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus deutschem Boden gefördert. Diese mindern unsere Importabhängigkeit und tragen zu stabilen Preisen bei. Mit einem Umsatz von 4 Milliarden Euro hat die E&P-Industrie im Jahr 2013 zur Wertschöpfung in Deutschland beigetragen. Dabei kommt die heimische Erdöl- und Erdgasproduktion völlig ohne Subventionen aus. Im Gegenteil: die Bundesländer profitieren davon über Förderabgaben von jährlich rund 760 Millionen Euro. Darüber hinaus fließen Körperschafts- und Gewerbesteuern in die öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern und  Kommunen, in denen die E&P-Unternehmen aktiv sind.

Die deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten gehen neue Wege. Dialog, Transparenz und die Weiterentwicklung technischer Standards bilden die Basis auch für zukünftige Energieversorgung. Die Potenziale dafür sind vorhanden. Was fehlt, sind verlässliche Rahmenbedingungen, die alle Anforderungen hinsichtlich Umweltschutz, Bürgerinteressen und Rohstoffversorgung gleichrangig berücksichtigen. Der WEG fordert die Bundesregierung auf, den Gesetzgebungsprozess wieder aufzunehmen und praktikable Regelungen zu schaffen, die eine wirtschaftlich und ökologisch verantwortungsvolle Förderung in Deutschland weiter ermöglichen.