Erdöl- und Erdgasproduzenten rüsten sich für die Zukunft

Umsatzrückgang in der deutschen Erdöl- und Erdgasproduktion bei steigenden Kosten und Abgaben – Bedeutung für Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Arbeitsplätze – Beitrag der Politik erforderlich

Hamburg, den 21. Februar 2008 – „Niedrigere Absatzmengen und geringere Erdgaspreise auf Produzentenebene haben zu einem Umsatzrückgang in der inländischen Erdöl- und Erdgasproduktion um 16 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro geführt“, teilte Dr. Gernot Kalkoffen, Vorsitzender des WEG Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung in der Jahrespressekonferenz des WEG mit. Gleichzeitig seien die Kosten und die staatlichen Abgaben gestiegen.

Mit einer inländischen Produktion von 17 Milliarden Kubikmetern Erdgas (minus 8 Prozent) und 3,4 Millionen Tonnen Erdöl (minus 3 Prozent) hat die deutsche Erdöl- und Erdgasgewinnungsindustrie 2007 wieder einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Versorgung Deutschlands mit heimischer Energie geleistet. Fast ein Fünftel des in Deutschland verbrauchten Erdgases konnte im vergangenen Jahr aus heimischen Quellen gedeckt werden. Dabei leistet die heimische Energieproduktion auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Aufgrund der verbrauchsnahen Produktion werden nach Berechnungen des WEG durch die deutsche Erdgasproduktion Klimagase in der Größenordnung von jährlich 7 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden.

Den erneuten Rückgang der Erdgasproduktion in Deutschland führte der WEG-Vorsitzende auf zwei Ursachen zurück: Einerseits sei die Erdgasnachfrage in Folge des milden Winters rückläufig gewesen, was auch zu einer spürbaren Verringerung der Erdgaspreise auf Produzentenebene geführt habe. Andererseits hätten sich die Standortbedingungen für die Erdöl- und Erdgasproduktion in Deutschland verschlechtert. „Höhere Kosten, steigende staatliche Abgaben und Behinderungen beim Zugang zu den Lagerstätten erschweren die Erschließung neuer Vorkommen in Deutschland“, so Kalkoffen. „Die Zeiten des ‚easy’ Öl und Gas in Deutschland sind vorbei. Deshalb brauchen wir die Unterstützung durch die Politik und insbesondere eine grundsätzliche Neuorientierung in der Förderabgabenpolitik.“ Ansonsten werde sich der Trend der Verlagerung von Investitionen der deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten ins Ausland unvermindert fortsetzen. 2007 seien die Gesamtinvestitionen der Branche um 30 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro gestiegen, während die Investitionen im Inland lediglich um 3 Prozent auf knapp 400 Millionen Euro zugenommen hätten.

Das hohe Aktivitätsniveau der Branche hat sich auch in der Zahl der Arbeitsplätze in der deutschen Erdöl- und Erdgasgewinnungsindustrie niedergeschlagen. Innerhalb eines Jahres ist der durchschnittliche Beschäftigungsstand in den WEG-Mitgliedsunternehmen um 12 Prozent oder 800 Arbeitsplätze auf fast 7.500 angestiegen.

Für die Zukunft gab sich Kalkoffen optimistisch. Die Branche habe eine Reihe von Initiativen ergriffen, um Nachwuchs zu gewinnen, die Hochschulausbildung zu stärken und die Grundlagenforschung zu intensivieren. Hierzu gehören u. a. ein Kooperationsprojekt mit Gymnasien in Niedersachsen und ab diesem Jahr der neue Grundlagen-Forschungsfonds der Branche mit einem geplanten Gesamtvolumen von bis zu 8 Millionen Euro in 10 Jahren. Kalkoffen: „Wenn es uns gelingt, mit neuen Techniken die Kosten für die Aufsuchung und Erschließung neuer Lagerstätten zu senken und gleichzeitig die bestehenden Lagerstätten besser zu nutzen, können wir den Rückgang der Erdöl- und Erdgasproduktion in Deutschland verlangsamen.“


Der WEG Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung vertritt die deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten sowie die für diesen Bereich tätigen Dienstleister und Zulieferer. Die WEG-Mitglieder haben 2007 weltweit 14 Millionen Tonnen Erdöl und 26 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert, davon aus heimischen Quellen 3,4 Millionen Tonnen Erdöl und 17 Milliarden Kubikmeter Erdgas.

 


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