Mit Grundlagenforschung zu neuen Erdöl- und Erdgasreserven
Erste Projekte im WEG-Forschungsfonds ausgewählt – Grundlagenforschung zur besseren Vorhersage von Lagerstätten
Hannover, den 17. Dezember 2008 – Der Vorstand des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) hat die ersten beiden Forschungsvorhaben im Rahmen des WEG-Forschungsfonds für grundlagenorientierte Forschung ausgewählt. Dabei handelt es sich um Projekte zur Verbesserung der Vorhersage von Lagerstätteneigenschaften.
Das erste Projekt hat die Entwicklung eines Verfahrens zum Ziel, mit dem bereits während der Bohrung direkt Durchlässigkeiten von Lagerstättengesteinen bestimmt und dadurch zeitaufwändige Laboruntersuchungen eingespart werden können. Damit sollen Aussagen über den Erfolg einer Bohrung schneller möglich sein als bisher. Mit dieser Auswahl wird die Forschung an der Universität Bonn gefördert.
Im zweiten Projekt geht es um die Verbesserung des Verständnisses von Lagerstättentypen und geologischen Strukturen durch Untersuchung der Fließprozesse von Gasen und Flüssigkeiten im Untergrund. Dieses Forschungsvorhaben wurde gemeinsam von Forscherteams der Universitäten Tübingen, Aachen und Mainz vorgeschlagen.
Der Vorsitzende des Forschungsbeirates des WEG, Albrecht Möhring, begründete die Auswahl: „Beide Projekte können dazu beitragen, die Erfolgswahrscheinlichkeit bei der Suche nach neuen Erdöl- und Erdgasreserven zu verbessern, was unter den geologischen Bedingungen in Deutschland besondere Bedeutung hat.“ Den Rückgang der Erdöl- und Erdgasproduktion in Deutschland aufzuhalten, sei einer der großen Herausforderungen für die Erdöl- und Erdgasgewinnungsindustrie. Dafür seien neue Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung unentbehrlich. Die Auswahl der beiden Projekte sei daher als erster Schritt zu verstehen; die Vergabe weiterer Forschungsaufträge aus dem Forschungsfonds werde vorbereitet. Insgesamt zeigte sich Möhring mit den bisher eingereichten Anträgen zufrieden: „Die deutschen Hochschulen und Institute haben mit ihren Vorschlägen ihre hohe wissenschaftliche Leistungsfähigkeit gezeigt. Für die Zukunft erwarten wir noch weitere, richtungsweisende Forschungsprojekte.“
Vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen der E&P-Industrie haben die deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten einen Forschungsfonds für Grundlagenforschung mit einem geplanten Volumen von 8 Millionen Euro in zehn Jahren gebildet. Die erste dreijährige Forschungsperiode hat ein Volumen von 2,5 bis 3 Millionen Euro und beginnt 2009.