Freude am Beruf und Erfolg

Abb.: Gregor Dietzsch (stehend) und Schichtführer Harald Leske auf der Betriebsstelle Schönewörde/Betrieb Ost-Hannover bei einer Probenahme an der Erdölförderbohrung V-KB 47

Gregor Dietzsch, Betriebsingenieur bei GDF SUEZ E&P DEUTSCHLAND GMBH

Ein Portrait von Regine Badzinski-Quast

Mit seinen 34 Jahren blickt Gregor Dietzsch auf eine Bilderbuchkarriere: Nach dem Gymnasium, dem Wehrdienst, nur acht Semestern an der sächsischen TU Bergakademie Freiberg und einem internationalen Praktikum in Trondheim / Norwegen wurde der junge Mann im Jahr 2000 diplomierter Tiefbohringenieur. Sein berufliches „zu Hause“ sind die Bohrtechnik, die Lagerstättentechnik und die Produktion von Erdöl und Erdgas. Bereits im Grundstudium, als er aus eigenem Interesse von der Spezialtiefbau- in die Tiefbohrdisziplin wechselte, war ihm klar: „Es ist genau das, was ich wollte.“

Gregor Dietzsch erinnert sich sehr gerne an seine ersten fünfeinhalb Berufsjahre in der Firmenzentrale: „Die Kollegen, das Arbeitsklima, die Aufgaben in der Lagerstättenabteilung – das alles passte gut zusammen, das machte mir Spaß.“ Im August 2002, schon nach anderthalb Berufsjahren, bekam er die erste große Verantwortung übertragen. In Kasachstan war er Teammitglied für einen Fördertest, zuständig für das Testdesign und die Bewertung der Ergebnisse. Arbeit, Land und Leute wie auch die extreme Witterung sind Teil einer wesentlichen Berufserfahrung und bleiben in angenehmer Erinnerung.

An der Arbeitsfreude sollte sich auch in den anschließenden Jahren seines Einsatzes als Betriebsingenieur an den drei osthannoverschen Betriebsstandorten Berkhöpen, Schönewörde und Schneeren nichts ändern. Im Gegenteil. Dietzsch kommt ins Schwärmen: „Nicht umsonst habe ich meine Entsendung aus der Unternehmenszentrale in die Betriebe Osthannover verlängert. Das hier ist meine Erfüllung. Direkt dem Betriebsleiter unterstellt, kann ich Projekte – im Gegensatz zu der längerfristig angelegten Bearbeitung von Lagerstätten – zeitnah umsetzen und den Erfolg dann direkt erleben. Im Tagesgeschäft der Erdöl- und Erdgasproduktion musst du dich als Betriebsingenieur sowohl mit den Obertageanlagen als auch mit der untertage installierten Technik verantwortlich auseinandersetzen. Ich habe Vorschläge direkt auszuarbeiten, genehmigungsreif zu begründen und für den Betrieb umzusetzen. Das betrifft z.B. die Auswahl von neuen Förderhilfsmitteln. Die nachhaltige Produktionssicherung und womöglich Fördersteigerung unter Beachtung der Kosten und der Infrastruktur sind eine Herausforderung.“ Zusammenfassend könnte man sagen: Der Betriebsingenieur leistet wechselseitig planerische und praktische Ingenieursarbeit. Sein Einsatzort variiert zwischen Bürotätigkeit und Aufsichts- und Weisungsfunktionen im Feld vor Ort.

Das persönliche Gespräch mit den 35 Mitarbeitern der Betriebe Osthannover ist Dietzsch sehr wichtig. „Wo Abstimmungen im Vorfeld von Maßnahmen fehlen, da muss doppelte Arbeit geleistet werden. Meine direkten Gesprächspartner sind die Fördermeister, Förderaufseher, Techniker vor Ort und natürlich auch die Lagerstätteningenieure in Lingen. Ihre Hinweise bedeuten mir viel.“

Drei Standorte, also „auf drei Hochzeiten tanzen“ – wie schafft der Betriebsingenieur das? „Mein Hauptwohnsitz ist in Lingen. Am aktuellen Haupteinsatzort nehme ich mir ein Zimmer. Bei Bedarf wird zwischen den Betrieben gependelt. Das gestellte Firmenfahrzeug erleichtert die Mobilität. Ich habe mir angewöhnt, vorwiegend jeweils für den Betriebsteil zu arbeiten, an dessen Standort ich mich gerade befinde. Ich möchte Transparenz in den Projekten schaffen.“

  

Gregor Dietzsch (vorne) 2008 mit Kollegen der Lagerstättentechnik und Gästen beim Fotoshooting in der Bossel-Pause

Privates und Hobbies? Die feste Freundin und die Tätigkeit als Trainer einer Fußball-Jugendmannschaft kommen manchmal leider zu kurz. So müssen die jungen Kicker seit einem halben Jahr erst einmal mit zwei Co-Trainern leben. Für den Fall, dass die Entsendung in die Betriebe weiter verlängert wird, hat Gregor Dietzsch auch schon einen Ersatz gewonnen.

Die Reserven der in Deutschland tätigen Erdöl- und Erdgasunternehmen sind nicht unendlich. Dies weiß auch der junge Betriebsingenieur spätestens seit Abschluss seiner Ausbildung. Woher kam die Motivation für diesen Beruf? Selbstbewusst kontert er: „Ich bin mir dessen sicher, dass ich bis zur Rente allein in Deutschland genug zu tun hätte und andererseits in meinem Job weltweit eine Arbeit finden könnte. Die Möglichkeiten sind nicht nur aufgrund der Ölpreisentwicklung überall groß. Ingenieure für die Erdöl- und Erdgasproduktion sind sehr gefragt. Außerdem wird im Geschäft der Exploration und Produktion auch hierzulande noch viel Arbeit zu leisten sein … Wer heute ein Studium z. B. in Clausthal-Zellerfeld im Oberharz, Freiberg im Erzgebirge oder Leoben in der Steiermark beginnt, für den ist es eine gute Zeit, anschließend als Betriebsingenieur und in der Perspektive als Betriebsleiter eingesetzt zu werden.“

 

 

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