Produktion und Speicher – deutscher Beitrag sichert Hälfte des Erdgasmarktes
Rahmenbedingungen für Investitionen gestalten
Belastung durch Marktentwicklung
Hannover, den 18. Februar 2010 – Die deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten sowie die Erdgasspeicherbetreiber (E&P-Industrie) sind mit ihrer bedeutenden Produktion im In- und Ausland sowie dem Ausbau der Erdgasspeicher ein wichtiges Element für den deutschen Energiemarkt. „Insgesamt steht die deutsche E&P-Industrie für eine gesicherte Versorgung von fast der Hälfte des deutschen Erdgasbedarfs“, sagte Dr. Gernot Kalkoffen, Vorsitzender des WEG – Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V. in der Jahrespressekonferenz des Verbandes. Insgesamt habe die deutsche E&P-Industrie ihre Produktion von Erdöl und Erdgas weltweit mit 36 Millionen Tonnen Rohöläquivalent annähernd konstant gehalten. Die Erdgasproduktion sei dabei durch Steigerung im Ausland um 5 Prozent auf 29 Milliarden Kubikmeter gestiegen. Die Hälfte davon werde im Inland produziert und stehe für die Verbraucher direkt und ohne lange Transportwege umweltfreundlich zur Verfügung, erläuterte Kalkoffen. Einen Rückgang um 11 Prozent habe es bei der Erdölproduktion gegeben.
Im Inland erweise es sich als zunehmend schwieriger, neue Erdgasmengen zu erschließen. Der WEG-Vorsitzende erwartet, dass in Zukunft in Deutschland in erster Linie unkonventionelle Lagerstätten entwickelt werden. Hierfür gebe es ein großes Potenzial, das mit innovativen Technologien und großen Investitionen neue Arbeitsplätze schaffen und die Gasversorgung sichern kann.
Wirtschaftlich wird die Branche zusätzlich durch die Energiepreisentwicklung belastet. Auf der Großhandelsebene sei als Folge des Überangebotes auf dem Erdgasmarkt eine zunehmende Abkopplung der Erdgaspreise von den Ölpreisen zu beobachten. Auch deshalb sei der Umsatz für die inländische Produktion um ein Drittel auf 3,8 Milliarden Euro zurückgegangen. In einer stärkeren Orientierung der Förderabgabenpolitik zum Anreiz von Investitionen in Deutschland sieht Kalkoffen den Schlüssel, um zunehmende geologische Risiken und steigende Kosten zu bewältigen.
Mit Blick auf das geplante Energiekonzept der Bundesregierung sei es für das Technologieland Deutschland sinnvoll, ein möglichst technologieoffenes und wettbewerbsorientiertes Energiekonzept zu entwickeln und nicht einen Energiemix politisch vorzugeben.